Limax cinereoniger
Arion distinctus
 
  Protokoll (2001)  
 
Protokoll des 2. Treffens des Arbeitskreises
"Kartierung zum Schutz der Mollusken in NRW" in Lienen vom 09.11.-11.11.2001

 
 
 
Kurze Zusammenfassung:
Das Treffen begann abends am 9.11. in kleiner Runde im Jägerhof, wo bei leckerem und spät geliefertem Essen und einem oder mehr kühlen Bierchen die Gedanken ausgetauscht wurden.
Am nächsten Tag begann um 10 Uhr der offizielle Teil des Treffens im Haus des Gastes. Zunächst berichtete Hajo Kobialka, der erste Sprecher über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit und die künftigen Planungen. Darauf folgt Karl-Heinz Beckmann als Betreuer der Bibliothek. Anschließend ergab sich eine rege Diskussion zu verschiedenen Themen (siehe Protokollmitschrift) und Hajo Kobialka bzw. Henning Schwer hielten kleine Vorträge zu Verbreitung verschiedener seltener Schnecken- und Muschelarten (Hajo Kobialka) und zur Verbreitung und Ökologie von Columella aspera (Henning Schwer).
Es schloss sich am Samstag eine Exkursion in den Teutoburger Wald hinter Lienen an, während der Pomatias elegans an alten Standorten bestätigt werden konnte (auch Lebendfunde). Auf der Exkursion wurden etwas über 30 Arten - trotz Frost! - gefunden.
Am Sonntag wurden weitere Arten bei Tecklenburg, nahe dem Haus Mark, beobachtet.


Teilnehmer/-innen:
Karl-Heinz Beckmann
Hans-Hennig Schwer
Michael Hölling Dr. Klaus Stroscher
Rolf Kirch Christoph Willigalla
Hajo Kobialka Frank Sonenburg
Helmut Lehmann Dr. Johannes Meßer
Hauke Roy Dr. Heinrich Terlutter

Tagesordungspunkte:
1. Bericht 1. Sprecher, Hajo Kobialka
2. Bericht Karl-Heinz Beckmann, Bibliothek
3. Wahl der Sprecher, des "Bibliothekars"
4. Treffen des AK Mollusken
5. ABÖL-Mitgliedschaft
6. Verbreitungskarten
7. Sonstiges
 
 
Protokoll der Sitzung vom Samstag, 10.11.2001:
1. Bericht 1. Sprecher, Hajo Kobialka
  Die Checkliste wurde erstellt und verschickt.
  Der Nachbestimmungskurs Nacktschnecken war leider nur von 2 Leuten besucht
  Schwierige Nachbestimmungen nimmt Hajo Kobialka entgegen.
  Meldebögen hatte Hajo Kobialka mitgebracht und ausgelegt, so dass sich jeder eine Zahl davon mitnehmen konnte; weitere sollten durch Kopieren in "Eigenleistung" erstellt werden, der aktuelle Meldebögen kann auch im Internet heruntergeladen werden unter www.mollusken-nrw.de/forschung/Meldebogen.pdf
  Nur wenige Leute haben bisher alte Daten gemeldet, darunter Klaus Korn alleine ca. 500 (!) aus 25 Jahren; Hajo Kobialka nimmt gerne weitere Daten an und wartet dringend darauf; die Einarbeitung der Daten erfolgt fortlaufend, jedoch werden hier zusätzlich Fördergelder benötigt.
  Die Datenbank ist fertig; für NRW liegen zur Zeit ca. 1200 Sätze vor, die schon eingearbeitet sind; ca. 6000 Datensätze liegen insgesamt vor; 2 StUÄ's (Staatliche Umweltämter) haben schon Daten gemeldet, die anderen melden hoffentlich noch. Für einen vorläufigen Verbreitungsatlas werden ca. 25.000 bis 30.000 Datensätze benötigt (ein Datensatz = eine Art von einem Fundort). Insofern ist jede Beobachtungsmeldung wichtig (z.b. Helix pomatia im Hausgarten X).
  Fördermittel wurden noch nicht aufgetrieben, Hajo Kobialka hat in der Sache auch die LÖBF besucht.
  Der 1. Rundbrief wurde versendet, an alle "e-Mailer" soll er zukünftig aus Kostengründen per e-mail versendet werden.
  Das Treffen bzw. die Existenz des AK Mollusken wurden in Natur & Landschaft und den LÖBF-Nachrichten angekündigt.
  Hajo Kobialka hat auf eigene Kosten eine Homepage des AK Mollusken erstellt, die unter www.mollusken-nrw.de erreichbar ist, auf der neben einer ausführlichen Literaturliste auch alle Rundbriefe des AK, Termine oder Links zu anderen Seiten zu finden sind, weiter noch der Meldebogen, eine Checkliste, ein Forum usw.; die Seite fand bei denen, die sie schon angesehen hatten ein rundweg positives Echo!
  Hajo hat eine Diplomarbeit in der Lippeaue von Rainer Schlepphorst mitbetreut.
2. Bericht Karl-Heinz Beckmann, Bibliothek
  Zur Zeit sind ca. 660 Arbeiten für NRW bekannt, davon sind im Bestand 1 und 2 des Arbeitskreises ca. 620 Arbeiten vorliegend!
  Es fehlen noch Arbeiten, u. a. von Dr. Dr. Jungbluth.
  Ein Nachtrag zur ersten Bibliographie von JUNGBLTUH, H. J., ANT, H. & STANGIER, U. (1990): Bibliographie der Arbeiten über die Mollusken in Nordrhein-Westfalen mit Artenindex und biographischen Notizen. Malakozoologische Landesbibliographien IV.- Decheniana 143: 232-306. Bonn ist in Vorbereitung durch K.-H. Beckmann und Hajo Kobialka.
  Ungefähr 100 Arbeiten sind für die Meldebögen aufgearbeitet worden.
  Gesucht werden noch ca. 15 bis 20 bekannte Gutachten, Diplomarbeiten oder Doktorarbeiten, die nicht vorliegen.
3. Wahl der Sprecher, des "Bibliothekars"
  Als erster Sprecher wurden Hajo Kobialka bestätigt, gleiches gilt für den zweiten Sprecher Dr. Joseph Boscheinen und den "Bibliothekar" Karl-Heinz Beckmann. Alle wurden einstimmig gewählt.
4. Treffen des AK Mollusken
  Das nächste Treffen findet vom 7.6. bis zum 9.6. auf Einladung von Herrn Dr. Terlutter in der Naturschutzstation Heiliges Meer statt. Übernachtungen können sehr preisgünstg direkt in der Station gebucht werden. Als Schwerpunkt ist neben Exkursionen zu dem sehr jungen Erdfallsee und in die Umgebung (Heide, Moor...) die Bestimmung schwieriger Arten vorgesehen.
Das Treffen 2003 wird evtl. über die LUA laufen gelassen, da dann Mittel zur Verfügung stehen könnten (wird noch geklärt).
5. ABÖL-Mitgliedschaft
  Herr Prof. Ant wird gebeten, den AK Mollusken als Mitglied in der ABÖL vorzuschlagen.
6. Verbreitungskarten
  Die Verbreitungskarten müssen zur Zeit mit Hajo Kobialka als Coautor erstellt werden, da der AK kein eigenes Kartenprogramm hat und nur Hajo Kobialka eine Lizenz für ein solches besitzt. Weitere Möglichkeiten wurden diskutiert.
Der Umgang mit den Karten und Daten wurde vielschichtig diskutiert, wobei die überwiegende Mehrheit des AK mit einer Weitergabe der Daten an Dritte einverstanden war.
Von öffentlich zugänglichen Verbreitungskarten können folgende Impulse ausgehen:
· Forschungsfragen können angeregt werden.
· sind Ansporn, da sie Resonanz zeigen
· zeigen Ausbreitungstendenzen bei sich ausbreitenden Arten
· können Arbeitshinweise für z. B. Nachsuche geben
· zeigen Häufigkeiten an, z. B. die Artenzahl je Quadrant
· können historische Entwicklungen anzeigen, da die Aktualität der Meldung über ein grobes Raster erkennbar ist 1880-1955, 1955-1980, 1980-2000 und ab 2001
7. Sonstiges
  Ansonsten sei noch auf einige bemerkenswerte Erkenntnisse der Anwesenden hingewiesen, wie z. B., dass
  Nacktschnecken eigentlich keine Schnecken sind.
  Schnecken, die nicht auf tropischen Inseln vorkommen, eigentlich auch keine Schnecken sind.
  Schnecken mit über 2mm Gehäusehöhe als mittelgroß angesehen werden, solche mit mehr als 5mm Gehäusehöhe als groß.
  Schnecken mit über 25mm Gehäusehöhe überhaupt nicht als Schnecken angesehen werden.
  eine neu entwickelte Suchmethode darin besteht, sich zu überlegen, wo ein Mann urinieren würde und dann genau dort zu suchen (was u. a. zu phänomenalen Erfolgsquoten auf Madeira führte; die sogenannte BECKMANNSCHE Methode; ein Vortrag zum nächsten Treffen wurde angefragt).

 

 
 

Hauke Roy und Hajo Kobialka